Screamer Test/Rezension (PC, PS5, Xbox Series) • Controller Warriors
Screamer gab es bereits 1995
Mit Schreihals Eine der ältesten Marken für Arcade-Rennspiele kehrt zurück. Die Originalserie startete bereits im Jahr 1995 und war eines der Spiele, die rasante 3D-Rennen erstmals auf Heim-PCs populär machten. Allerdings handelt es sich bei der Neufassung aus dem Jahr 2026 nicht um ein klassisches Remaster, sondern um eine komplette Neuinterpretation der Serie. Statt einer realistischen Rennsimulation erwartet Sie ein stilistisch sehr markanter Mix aus Arcade-Rennen, Kampfmechaniken und einer narrativ strukturierten Kampagne mit Anime-Ästhetik.
Auf der PS5 Pro profitiert das Spiel zudem von einer stabilen Leistung und einem hochauflösenden Display, was besonders der neongetränkten Cyberpunk-Ästhetik zugute kommt. Schauen wir uns genauer an, ob dieser ungewöhnliche Mix aus Rennspiel, Anime-Drama und Action-Mechanik wirklich funktioniert.
Die Entwickler gehen dabei einen ungewöhnlichen Weg. Rennen sind hier nicht nur sportliche Wettkämpfe, sondern Teil eines dramatischen Underground-Turniers voller Rivalitäten, persönlicher Beweggründe und spektakulärer Inszenierungen. Dieser Fokus auf Story und Charaktere ist im Rennspiel-Genre selten und macht Screamer zu einem der ungewöhnlichsten Beispiele aktueller Arcade-Racer.
Das italienische Studio steht hinter Screamer Meilensteinein Entwickler, der seit Jahrzehnten fast ausschließlich Rennspiele produziert. Die Ursprünge des Teams reichen bis in die frühen 1990er Jahre zurück, als die Entwickler den ersten Screamer veröffentlichten, einen technisch beeindruckenden Arcade-Racer namens Graffiti. Milestone machte sich später mit Serien wie MotoGP, Ride und Hot Wheels Unleashed einen Namen.
Diese langjährige Erfahrung im Rennspielbereich spiegelt sich auch im neuen Projekt wider. Allerdings geht das Studio mit Screamer bewusst neue Wege. Statt eines klassischen Motorsporttitels setzt das Team auf eine Mischung aus Arcade-Rennsport, Charakterdrama und Kampfsystemen. Milestone wird von Polygon Pictures unterstützt, einem renommierten japanischen Animationsstudio, das für die zahlreichen Anime-Zwischensequenzen verantwortlich ist.
Ein Rennspiel mit Herz und Anime-Vibes
Die Handlung findet in der dystopischen Metropole Neo Rey statt, einer futuristischen Stadt voller Neonlichter, illegaler Rassen und rivalisierender Gruppen. In dieser Welt steht das sogenannte Screamer-Turnier im Mittelpunkt der Szene. Mehrere Teams treten gegeneinander an, jedes mit seinen eigenen Motiven und seiner eigenen Geschichte. Auch verschiedene Sprachen kommen ins Spiel. Darunter Französisch, Englisch und auch Deutsch.
Spieler erleben das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven. Manche Fahrer jagen Ruhm und Anerkennung, andere wollen Macht, Reichtum oder einfach nur Rache. Dadurch entsteht eine überraschend komplexe Erzählstruktur, die sich über zahlreiche Rassen hinweg entwickelt.
Die Geschichte wird hauptsächlich durch über 30-minütige Anime-Zwischensequenzen erzählt. Dadurch fühlt sich Screamer fast wie eine Mischung aus Rennspiel und Anime-Serie an. Dieser erzählerische Fokus ist eines der großartigsten Merkmale des Spiels. Während die meisten Rennspiele die Story lediglich als Rahmen nutzen, steht sie hier eindeutig im Mittelpunkt und sorgt dafür, dass jedes Rennen innerhalb des Turniers eine emotionale Bedeutung erhält.
Gameplay und Steuerung
Spielerisch bleibt Screamer trotz seiner Story-Ambitionen ein klassischer Arcade-Racer. Die Fahrzeuge lenken schnell, direkt und bewusst übertrieben. Der Realismus steht hier definitiv nicht im Vordergrund und wird dennoch nicht völlig außer Acht gelassen. Stattdessen geht es um spektakuläre Drifts, aggressive Manöver und taktische Aktionen während des Rennens.
Eine Besonderheit ist die Twin-Stick-Steuerung. Der linke Stick steuert die Lenkung, während der rechte Stick die Driftrichtung beeinflusst. Dadurch entsteht eine sehr dynamische Kurvenfahrt, die etwas Übung erfordert, auf Dauer aber ein präzises Fahrerlebnis ermöglicht. Besonders cool sind die vielen Einstellungsmöglichkeiten in den Optionen. Dadurch lässt sich das Spiel sogar barrierefrei mit nur einer Hand steuern. Wir finden solche Funktionen einfach großartig!
Jedes Fahrzeug verfügt über Energie und besondere Fähigkeiten. Während eines Rennens können Sie diese Energie nutzen, um Feinde zu rammen, Verteidigungsschilde zu aktivieren, Boosts auszulösen oder Spezialbewegungen auszuführen. Diese Mechaniken verleihen den Rennen einen deutlichen Combat-Racing-Charakter, der entfernt an Spiele wie Bluroder Burnout erinnert, gleichzeitig aber stark an Kampfspiele angelehnt ist.
Neben der Story-Kampagne gibt es auch klassische Modi wie:
- Zeitfahren
- Punkteherausforderungen
- Online-Rennen
- Lokaler Multiplayer mit geteiltem Bildschirm für mehrere Spieler
Vor allem der Multiplayer sorgt dafür, dass Screamer nachhaltig motivieren kann, denn die Mischung aus aggressivem Fahrstil und Spezialfähigkeiten führt oft zu chaotischen, aber sehr unterhaltsamen Rennen.
Grafik & Sound
Visuell geht Screamer eine ganz eigene Richtung ein. Die Spielwelt kombiniert futuristische Cyberpunk-Elemente mit Anime-Ästhetik. Neonerleuchtete Häuserschluchten, leuchtende Farben und stilisierte Charakterdesigns dominieren den Bildschirm. Die hohe Auflösung, stabile Bildraten und zahlreiche Lichteffekte kommen auf der PS5 Pro besonders gut zur Geltung. Das Spiel erreicht bis zu 120 fps, normalerweise zwischen 88 und 110 fps. Nachts kommen die Routen besonders gut zur Geltung, wenn reflektierende Straßenbeläge, holografische Werbung und bunte Partikeleffekte zusammenkommen.
Die Fahrzeuge selbst sind stark individualisiert und spiegeln laut den Entwicklern bewusst die Persönlichkeit ihrer Fahrer wider. Manche wirken aggressiv und kantig, andere elegant oder futuristisch. Die Anime-Zwischensequenzen sind hochwertig produziert und ähneln eher Szenen aus einer Serie als denen eines klassischen Rennspiels. Dadurch entsteht eine für das Genre ungewöhnlich dichte Produktion.
Auch der Soundtrack trägt viel zur Atmosphäre bei. Synthesizer-Tracks erinnern an Retro-Anime und 80er-Cyberpunk und passen perfekt zum Neon-Look der Spielwelt. Während der Rennen sorgen kraftvolle Motorgeräusche und explosive Effekte für das nötige Arcade-Feeling.
Abschluss
Schreihals ist kein gewöhnliches Rennspiel. Statt realistischer Motorsport-Action erwartet den Spieler ein sehr stilisierter Arcade-Racer, der Story, Anime-Produktion und Kampfmechanik vereint. Diese Mischung funktioniert überraschend gut. Vor allem die dynamische Steuerung und die aggressiven Rennmanöver sorgen für spannende Rennen, während die Charaktergeschichten dem Spiel eine Identität verleihen, die viele Genrevertreter vermissen. Natürlich ist dieser Ansatz mit den Anime-Sequenzen nicht für alle Spieler ideal. Wer ein klassisches Rennspiel oder eine klassische Simulation erwartet, wird mit Screamer wahrscheinlich weniger glücklich werden. Wer jedoch schnelle Arcade-Rennen, stilvolle Aufmachung und ausgefallene Ideen schätzt, bekommt einen der originellsten Renner der letzten Jahre. Besonders auf der PS5 Pro überzeugt das Spiel durch starke Leistung, beeindruckende Lichteffekte und eine audiovisuelle Präsentation, die sich von der Masse abhebt.
Profi
- sehr stilvolle Anime- und Cyberpunk-Präsentation
- ungewöhnliche Kombination aus Rennspiel und Story-Kampagne
- dynamisches Twin-Stick-Driftsystem
- Aufregende Kampfmechanik während der Rennen
- hochwertige Anime-Zwischensequenzen
- Splitscreen und Online-Multiplayer
Kontra
- Ungewohnte Bedienelemente erfordern eine gewisse Eingewöhnungszeit
- schwacher Fokus auf realistische Fahrphysik
- Für Fans klassischer Rennspiele kann die Geschichte zu dominant wirken
- Das Gleichgewicht der Spezialfähigkeiten im Mehrspielermodus ist manchmal chaotisch (fast wie in Mario Kart).
- Leider werden Spielprinzip und Gameplay am Ende schnell eintönig
Bewertung
Wurde getestet Schreihals An PS5 von Andreas Erber. Das Spiel war zum Zeitpunkt unseres Tests für uns geeignet Version1.002.000 vor. Der Testexemplar/Rezensionscode für Schreihals wurde uns geschenkt von Plaion (Koch Media) kostenlos zur Verfügung gestellt. Danke schön!





